Rückblick: Haltung zeigen im Sport - Gemeinsam gegen Extremismus, 3.12.25

Am 3. Dezember fand die fairplay prevention Tagung "Haltung zeigen im Sport - Gemeinsam gegen Extremismus" in der Sportarena Wien statt. Vertreter*innen aus dem organisierten Sport, der Extremismusforschung oder der außerschulischen Jugendarbeit diskutierten gemeinsam über die Möglichkeiten den Sport als Motor für die Präventionsarbeit zu nutzen.

Die Veranstaltung am 3. Dezember 2025 in der Sportarena Wien des Projekts fairplay prevention rückte die Chancen von Sport in der Präventionsarbeit in den Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren hat das Projekt gezeigt, wie Vereine, Verbände und Trainingsstätten zu wichtigen Partnern im Einsatz gegen Extremismus werden können. Sport schafft Begegnung, vermittelt Werte wie Fairness, Respekt und Solidarität und eröffnet damit Räume, in denen Ausgrenzung und Radikalisierung keinen Platz haben.
Vertreter*innen aus dem organisierten Sport, der außerschulischen Jugendarbeit, Vertreter*innen aus Kampfsportvereinen und Gyms oder Wissenschaftler*innen aus der Extremismusforschung nahmen an der Tagung teil und diskutierten über die Notwendigkeit der Extremismusprävention im Sport. Moderiert wurde die Veranstaltung von Viktoria Mall. 

Im Eröffnungspanel mit Sybille Straubinger (VIDC), Ingo Mach (ÖFB), Martin Poiger (Judo Austria), Stephan Hegyi (S.C. Hakoah) und Dieter Brosz (BMWKMS) wurden die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Präventionsarbeit in den jeweiligen Bereichen thematisiert. Deutlich wurde die hohe Relevanz der Arbeit in den Sportstrukturen, um auch zukünftig einen inklusiven Raum ohne Ausgrenzung, Hass und Extremismus gewährleisten zu können. 

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Die Key-Note von Evrim Erşan Akkılıç, wissenschaftliche Mitarbeiter am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) behandelte den türkischen Faschismus in Form der Ülkücü-Bewegung und deren Aktivitäten in Österreich. Dabei analysierte sie die Rolle des Sports bei der Popularisierung rechtsextremer Symbolik und Narrative. 

 

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Nach einer kurzen Pause präsentierte Michael Schmied von fairplay prevention den Monitoringbericht 2025 mit dem Titel “Menschenfeindliche Ideologien im Kampfsport - Toxische Männlichkeiten, Rechtsextremismus und Netzwerke”. 
Im Bericht wurde klar ersichtlich, dass der Kampfsport (im spezifischen die Vollkontakt-Kampfsportarten) in Österreich keineswegs ein unpolitisches Feld ist, sondern zunehmend als Resonanzraum für autoritäre und diskriminierende Weltbilder fungiert. Besonders auffällig ist die Inszenierung toxischer Männlichkeitskulturen, die körperliche Überlegenheit, Dominanz und Gewalt als Tugenden inszenieren und dadurch rechtsextremen, antifeministischen und islamistischen Narrativen Vorschub leisten. 
Den gesamten Bericht gibt es hier als pdf-Download.

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Im Rahmen der darauffolgenden Podiumsdiskussion traten Kolleg*innen aus der Forschung, der Praxis und der Verwaltung miteinander in Dialog. 
Katharina Weichselbraun (Feminist Fighters Union), Sebastian Öhner (Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien), Michael Kinhamer (Streetwork Wien), Erik Hacker (SCENOR) und Florian Zeller (DÖW) diskutierten über die unterschiedlichen Zugägnge und Möglichkeiten von Monitoring und ordneten die aktuellen Herausforderungen in der Präventionsarbeit ein. Dabei wurde deutlich, dass neben rechtsextremen Akteuren im Sport auch islamistische Ideologien in Form einer online Radikalisierung ein großes Thema sind. Die zwei Ideologien, die sich auf den ersten Blick diametral gegenüberstehen mögen, verbinden einige Brückennarrative wie beispielsweise die Ablehnung queerer Personen, der Antisemitismus oder eine misogyne Haltung. 
Ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz in der Präventionsarbeit wurde von allen Stakeholdern als positiv eingeschätzt und als notwendig erachtet. 

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Nach der Mittagspause fanden zwei Vertiefungsangebote statt. 
Im Workshop mit Lisa Kremling und Cedric Kyoni Kyungu (fairplay Workshopleiter*innen) wurden praktische Methoden für die Arbeit mit Jugendlichen zum Thema der Extremismusprävention gemeinsam durchgespielt. Die anwesenden Praktiker*innen aus der Sozialarbeit bzw. Sportinitiativen konnten so einen Einblick in die Workshopangebote von fairplay bekommen und einige Methoden/Spiele für ihre Arbeit mitnehmen. 

Die Session mit dem Titel “Quo vadis Extremismusprävention” behandelte die Fraen nach Leerstellen, Herausforderungen und Notwendigkeiten in der Präventionsarbeit im Sport. Dabei wurde die Notwendigkeit der Bewusstseinsbildung über Extremismus von mehreren Teilnehmer*innen herausgestrichen. Dies könnte in Form von pädagogischen Schulungen für Trainer*innen und Vereinsfunktionär*innen abgehalten werden. Eine Zusammenarbeit mit Role-Models, die womöglich selbst eine radikale Biographie hatten, wurde als positiv erachtet. Zu guter Letzt wurde unisono betont, dass der Dialog zur Politik absolut notwendig sei, um die Präventionsarbeit im Sport weiter forcieren zu können. 

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