Neues Video „Mexico Kicking Out Violence“ macht Frauenfußball als Kraft des Widerstands sichtbar

Ab sofort ist der Kurzfilm „Mexico Kicking Out Violence“ von Oscar Sanchez und Chiara Zenzani online und damit für alle Interessierten frei zugänglich.

Das sechs Minuten lange Video (Original auf Spanisch mit deutschen Untertiteln) erzählt von Frauen und Mädchen in Mexiko, die Fußball als Mittel der Selbstermächtigung, des Zusammenhalts und des gesellschaftlichen Wandels nutzen. 

Das Video entstand im Auftrag von fairplay am VIDC als Teil der gleichnamigen Ausstellung im Rahmen der Initiative „Game On – Sport für Menschenrechte“ anlässlich der WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA. 

Seine Premiere feierte das Video bei der Eröffnung der Ausstellung „Mexico Kicking Out Violence – Frauen, Fußball und Ermächtigung“, die vom 16. bis 23. Mai 2026 im Spektakel in Wien gezeigt wurde. Darüber hinaus wurde das Video auch bei der Club-2x11-Podiumsdiskussion „Wem gehört das Spiel?“ Ende Mai in der Wiener Hauptbücherei gezeigt. 

 

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Ausstellung rückt Frauen, Menschenrechte und Fußball in den Mittelpunkt
Die Ausstellung präsentierte Fotografien und filmische Einblicke in Lebensrealitäten von Frauen aus unterschiedlichen Regionen Mexikos. Sie zeigt Fußball nicht als Spitzensport oder kommerzielles Großereignis, sondern als sozialen Raum, in dem Frauen Selbstvertrauen entwickeln, Gemeinschaft erleben und gegen Diskriminierung, Gewalt und traditionelle Rollenbilder ankämpfen.

Im Mittelpunkt stehen Frauen aus ländlichen Regionen, indigenen Gemeinschaften und von Gewalt betroffenen Stadtvierteln, die den Fußballplatz zu einem Ort der Hoffnung und der Veränderung machen. Ob in der Liga von Nicolás Romero im Bundesstaat Mexiko, in den von Drogengewalt geprägten Regionen Jalisco und Colima oder in den Utopía-Zentren des Stadtteils Iztapalapa in Mexiko-Stadt – überall wird deutlich, dass Fußball weit mehr sein kann als ein Spiel.

„Wir stehen für einen Fußball, der inkludiert“
Zur Ausstellungseröffnung am 16. Mai im Spektakel Art.Space begrüßte Kurt Wachter von der fairplay Initiative die Gäste und ordnete die Ausstellung in den größeren Kontext der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ein.

Er erinnerte daran, dass die WM in Nordamerika ursprünglich vielen als Chance für einen menschenrechtsorientierten Neuanfang erschienen sei. Angesichts aktueller Entwicklungen – von Einreisebeschränkungen über die Situation von Migrant*innen bis hin zu Einschränkungen der Rechte von LGBTIQ Personen – müsse jedoch kritisch auf das Turnier geblickt werden. Dabei machte er deutlich, warum die Ausstellung gerade jetzt besondere Relevanz besitzt:

„Wir stehen nicht für den Fußball, den die FIFA derzeit repräsentiert, sondern für einen Fußball, der inkludiert und der Rechte und Potentiale aller Menschen respektiert und fördert. Und genau das zeigt diese Ausstellung: Fußball von unten, von Marginalisierten, ein Fußball, der ermächtigt.“

Die Ausstellung zeige damit eine andere Perspektive auf den globalen Fußball – eine Perspektive, die Menschenrechte, Solidarität und gesellschaftliche Teilhabe in den Mittelpunkt stellt.

Mit Blick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft formulierte Wachter einen Appell: „Holen wir mit dieser Ausstellung das Spiel ein Stück weit zurück!“

Sein Dank galt neben den Künstler*innen Oscar Sanchez und Chiara Zenzani, den zahlreichen Partnerorganisationen der Initiative Game On – Sport für Menschenrechte sowie der Austrian Development Agency für die Unterstützung des Projekts.

Der Ausstellungkurator und Filmemacher Oscar Sanchez bereitete über die widrigen Umstände seiner Recherchereise nach Mexiko Ende Februar 2026. Beim Besuch eines Frauenteams im Bundesstaat Jalisco hörte er Gewehrschüsse im Hintergrund. Etwas, was für die Spielerinnen offensichtlich zum Alltag gehört. Ende Februar nach der Tötung des Drogenbosses „El Mencho“  kam es in Jalisco und anderen Bundesstaaten zu Akten von Gewalt. Die Hauptstadt Jaliscos, Guadalajara, war auch Austragungsort der WM. 

Fußball als Raum für Würde, Sichtbarkeit und Hoffnung
In ihrer Eröffnungsrede stellte Sara Soltani, Obfrau von WIDE – Netzwerk für Frauenrechte und feministische Entwicklungszusammenarbeit, die Ausstellung in den Kontext globaler feministischer und menschenrechtlicher Perspektiven. „Die Ausstellung“, so Soltani „erzählt weit mehr als Geschichten über Fußball. Sie erzählt Geschichten über Widerstand. Über Würde. Über Sichtbarkeit. Und über die Kraft kollektiver Räume.“

Besonders beeindruckend sei, dass die porträtierten Frauen aus ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten stammen – aus indigenen Communities, ländlichen Regionen oder von Armut und Gewalt geprägten Stadtvierteln –, sie jedoch eines verbinde: „Frauen schaffen sich Räume, in denen sie nicht auf ihre gesellschaftlich zugeschriebenen Rollen reduziert werden, sondern als Spielerinnen, Organisatorinnen, Führungspersönlichkeiten und Trägerinnen von Veränderung sichtbar werden.“

Soltani verwies darauf, dass Sport weltweit ein politischer Raum sei. Einerseits würden dort gesellschaftliche Ausschlüsse wie Sexismus, Rassismus oder Queerfeindlichkeit sichtbar, andererseits könne Sport aber auch Widerstand und gesellschaftliche Transformation ermöglichen.

Gerade im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 sei deshalb ein Perspektivwechsel notwendig: „Es ist wichtig, nicht nur auf Stadien, Kommerz und internationale Vermarktung zu schauen. Sondern auf die Menschen. Auf die lokalen Communities. Auf die Frage: Wer profitiert? Wer wird sichtbar? Und wer bleibt ausgeschlossen?“

Die Ausstellung richte den Blick genau auf diese Fragen und erinnere daran „dass Menschenrechte nicht abstrakt sind. Sie werden im Alltag verhandelt. Auf Straßen. In Schulen. In Gemeinschaften. Und eben auch auf Fußballplätzen.“

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Frauen schreiben ihre Geschichte neu
Die Fotographien der Ausstellung und das Video zeigen eindrucksvoll, wie Frauen in Mexiko den Fußball nutzen, um gesellschaftliche Grenzen zu überwinden. Viele der porträtierten Spielerinnen sind Mütter, Fabrikarbeiterinnen oder Hausangestellte, viele stammen aus indigenen Gemeinschaften. Andere wachsen in Regionen auf, in denen Gewalt durch den Drogenhandel den Alltag bestimmt.

Trotz schwieriger Lebensbedingungen entstehen durch den Fußball Räume der Begegnung, der Selbstbestimmung und des Miteinanders. Einige der jungen Spielerinnen haben bereits den Sprung in den Profifußball geschafft, andere engagieren sich in lokalen Initiativen und stärken ihre Gemeinden. Gemeinsam machen sie deutlich, dass Fußball eine kollektive Stimme sein kann – für Gleichberechtigung, Teilhabe und Hoffnung.

Video-Link:

https://youtu.be/y7tgzeQGqRY 

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Das Projekt “Game On” wird von der Austrian Development Agency im Rahmen von International Partnerships Austria gefördert. Die Austrian Development Agency (ADA) übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt von Kommunikationsmaterialien, die von Partnerorganisationen erstellt wurden. Die darin enthaltenen Aussagen, Meinungen und Informationen liegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die Position oder Haltung der ADA wider.

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