Honvéd Fans zeigten im UI Cup wiederholt Nazi-Symbole

Nachdem Honvéd Budapest Fans schon bei den UEFA Intertoto Cup Spielen in Teplice und Graz (19. Juli 2008) nationalsozialistische Symbole zur Schau stellten, wurden diese auch beim Skandalspiel gegen Sturm Graz im Budapester Bozsik-József-Stadion am 26. Juli 2008 präsentiert.

Waffen SS-Symbol des Honvéd-Fanclubs Havanna beim UI Cup Spiel gegen Sturm Graz am 26. Juli. Copyright: www.SturmTifo.com

Rechtsradikale Symbole

Im Honvéd-Sektor wurde ein Banner mit einer Wolfsangel oder Gibor-Rune gezeigt. Die Wolfsangel wurde von den Nazis als Emblem der „Werwolf-Organisation“ benutzt, die im 2. Weltkrieg eine Untergrund-Staffel der Waffen-SS war. Dieses Emblem war in der laufenden UI Cup Saison bereits beim Auswärtspiel von Honvéd gegen FK Teplice sichtbar und im Vorjahr im UEFA Cup gegen den HSV.

 

Beim Spiel gegen Sturm Graz am 19. Juli wurde das Waffen-SS-Symbol in der Grazer UPC-Arena gemeinsam mit einem großen Keltenkreuz, einem Zeichen der rassistischen White Power-Bewegung gezeigt. Im Grazer Stadion zeigten Honvéd-Fans auch wiederholt den Hitler-Gruß.

 

Rechtsextremismus bei den Securities

 

Neben führenden Fan-Gruppen hatte offensichtlich auch das am Samstag von Budapest Honvéd FC gegen Sturm Graz-Fans zum Einsatz gebrachte Security-Personal einen rechtsextremen Hintergrund. Die Grazer Gemeinderätin Christina Jahn (Die Grünen) war beim Spiel anwesend und berichtete in der Tageszeitung Der Standard von Securities mit „Tattoos mit eindeutig rechtsradikaler Symbolik“.

 

Laut einem Mitarbeiter von Sturm Graz kam es auch zu einem antisemitischen Vorfall: ein Mitglied des Fanclubs „Brigata Graz“ wurde von einem Security-Mitarbeiter als „Jude“ beschimpft und aufgefordert das Stadion zu verlassen, weil der Fan ein Tattoo in Form eines Sterns trug.

 

Uneinsichtige Honvéd-Führung

 

Nach den neo-nazistischen Vorkommnissen in Graz schickte die Initiative FairPlay-vidc einen Report an die UEFA Disziplinarkommission. Im Namen des Budapest Honvéd-Besitzers George F. Hemingway wies ein Sprecher den FairPlay-Bericht als „verleumderisch“ zurück und bestritt jeden Zusammenhang mit Rassismus und Nazi-Symbolik. In dem Schreiben an die UEFA wurde FairPlay-vidc beschuldigt “unter dem Deckmantel des Antirassismus” unschuldige Fans einzuschüchtern.

 

Kurt Wachter von FairPlay-vidc sagt:
„Für mich ist es völlig unverständlich, wie es sein kann das Neo-Nazis ihre Symbole und damit ihre Gesinnung bei vier Europacup-Spielen ungehindert zeigen können und es wird von der Klubführung geduldet. Auch die UEFA muss sich überlegen, wie sie schneller agieren kann.

 

Aktion gegen Rassismus

 

Trotz eines gemeinsamen Aufrufs gegen Rassismus der beiden Klubs kam es zu den neo-nazistischen und rassistischen Bekundungen. Vor dem UI Cup Spiel in der Grazer UPC Arena erhielten die Fans an den Stadiontoren einen zweisprachigen Flyer mit der Botschaft „We don't divide Black and White - We unite!“ („Wir unterscheiden nicht zwischen Schwarz und Weiß, wir tun uns zusammen“).

 

Vor dem Anpfiff wurde der Antirassismus-Spot Different Languages, One Goal: No to Racism! gezeigt und beide Kapitäne trugen wie schon bei der EURO 2008 Armbinden mit dem Slogan Unite Agaisnt Racism.

 

Die Idee der Aktion kam von Sturm Graz und wurde von der Initiative FairPlay-vidc zusammen mit der ungarischen FARE-Partnerorganisation Mahatma Gandhi Human Rights Organisation umgesetzt, die im ungarischen Fußball ebenfalls eine Kampagne gegen Rassismus gestartet hat.

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