EU-Projekt Football for Development (2010-11)

Die erste FIFA Fußball-WM auf afrikanischem Boden, Südafrika 2010, nahmen die beiden VIDC-Abteilungen fairplay und kulturen in bewegung zum Anlass für neue Projektaktivitäten im Bereich Fußball für Entwicklung.

In Österreich wurde die Initiative „Ke Nako Afrika - Afrika jetzt!“ gestartet, die vom VIDC und der Afrika-Vernetzungsplattform (AVP) koordiniert wurde und in Zusammenarbeit mit der Austrian Development Agency (ADA) stattfand. Damit eng verschränkt wurde das Projekt “Football for Development - Exploiting the potential of sport as a tool for awareness raising and generating public support” (Fußball für Entwicklung – Nutzung des Potenzials von Sport als Werkzeug für Bewusstseinsbildung und zur Förderung von Public Support von Entwicklungszusammenarbeit) durchgeführt, welches von der Europäische Kommission (EuropeAid) und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt wurde.

Die EU-Projektpartner waren:
VIDC - Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (Österreich) (Leadorganisation)
INEX - Association for Voluntary Activities (Tschechische Republik)
UISP - Unione Italiana Sport per Tutti (Italien)
Mahatma Gandhi Human Rights Organization (Ungarn)

Internationale Partnerinstitutionen:
Mathare Youth Sport Association (MYSA) (Kenia)
South African Football Players Union (Südafrika)
Ligue Sportive pour la Promotion et la defence des droits de l'Homme (LISPED) (Demokratische Republik Kongo)
Search and Groom (Nigeria)
SOS Children’s Villages Ghana (Ghana)
Name*it (Österreich)

Grundidee des EU-Projekts „Football for Development“ war es, dass sich Jugendliche mit den Ursachen von globaler Ungleichheit auseinandersetzten. Dabei wurde Sport als Instrument für entwicklungspolitische Bildungsarbeit genutzt. In österreichweiten Workshops mit Schulen setzten sich sportbegeisterte Jugendliche mit Themen wie Armut, HIV/Aids und dem Bild Afrikas in Europa auseinander. Auch Fußballklubs, Verbände und Medien waren in das Projekt eingebunden.

Die Hauptaktivitäten dieses Bildungs-Projekts lagen in Europa, ganz nach dem Assatz: Wer Afrika unterstützen will, muss zu Hause anfangen, muss die Bilder in unseren Köpfen vom „schwarzen Kontinent“ in Frage stellen, muss Süd-Nord-Verflechtungen erkennen, sowie Rassismus und Nationalismus in Europa bekämpfen.

Die europäischen Partner haben daher ein grenzüberschreitendes Schul- und Jugendprogramm gestartet. Viele Jugendliche sind selbst sportlich aktiv und fast alle besitzen aufgrund ihres Medienkonsumverhaltens ein exzessives Trivialwissen über das Universum des Sports, insbesondere Fußball. Besonders am Beispiel des weltweit verbreiteten Fußballs lassen sich im Unterricht oder in der Projektarbeit globale Strukturen und Zusammenhänge aufzeigen, die den Lauf der Welt bestimmen. Um den direkten Kontakt zu fördern, haben wir ein Jugendteam der Organisation MYSA aus Nairobi, Kenia, zu zwei Tourneen (2010 und 2021) durch Tschechien und Österreich eingeladen. Fußballspiele, Workshops, Musik, Tanz und Diskussionen standen dabei auf dem Programm.

Anlässlich der internationalen Konferenz „Entwicklung durch Fußball in Afrika“ im April 2010 in der Urania in Wien wurde der Vienna Action Plan verabschiedet. Die Konferenzergebnisse wurden zudem in einem Konferenzbericht dokumentiert und flossen in einen Good Practice Guide ein. Ein Journalist_innen-Training und Austauschprogramme vor und nach der Fußball-WM 2010 boten europäischen Medien die Möglichkeit, aus erster Hand die Potenziale aber auch Grenzen von Fußball in der Entwicklungszusammenarbeit kennenzulernen.

Während der WM 2010 in Südafrika wurde ein ausgedehntes Informations- und Kulturprogramme bei Public Viewing Events organisiert.

Eine Pionierleistung des Projekts war die Erarbeitung von hochwertigen pädagogischen Materialien zum Thema Sport und globales Lernen. Die Teachers Manuals - vollständiger Titel: „Fußball für Entwicklung - Handbuch für LehrerInnen und JugendarbeiterInnen zur entwicklungspolitischen Bildung durch Fußball“ - wurden in die Sprachen Englisch, Tschechisch, Ungarisch und Italienisch übersetzt.

Europäischer Koordinator des Projekts am VIDC war der Bildungswissenschaftler und Fußball-Schiedsrichter, Bella Bello Bitugu.