„Vereint, aber weit voneinander entfernt …“

Wie auch in Österreich sind in Italien Sportveranstaltungen nicht erlaubt. Das betrifft natürlich auch unsere Kolleg_innen von UISP, die sich aber ein alternatives Sportprogramm haben einfallen lassen.

Unione Italiana Sport per Tutti (UISP) ist eine italienische Sportförderorganisation, mit der die fairplay Initiative am VIDC bereits seit dem Ende der 1990er Jahre zusammenarbeitet. UISP hat 1,3 Millionen Mitglieder und Komitees in allen italienischen Regionen.

Keine Mondiali Antirazzisti

Seit 1997 führt UISP das Europaweit bekannte antifaschistische Hobby-Fußballturnier „Mondiali Antirazzisti“ nahe Bologna/Reggio Emilia durch. Heuer hätte die „Mondiali“, wie sie in Fachkreisen genannt wird, wie jedes Jahr im Juli stattfinden sollen. Aufgrund der derzeitigen Situation musste die Veranstaltung, die alljährlich über 8000 Sportbegeisterte anzieht, leider abgesagt werden. Auch in Wien können ähnliche – allerdings weitaus kleinere – Veranstaltungen wie der Ute Bock Cup leider nicht stattfinden.

Alternative Lösungen notwendig

UISP ist aber nicht nur ein Sportverband, der Sportaktivitäten fördert und Trainingskurse anbietet. UISP leistet auch nachhaltige soziale Arbeit in den vielfältigen Projekten und beschäftigt sich sehr stark mit Themen wie Diskriminierung, Inklusion, Migration, Behinderung und Alter. Diese Expertise macht UISP auch für fairplay als Partnerorganisation in sämtlichen europäischen Projekten so wichtig.

Daher wundert es nicht, dass UISP sich nicht nur über die Beendigung, Unterbrechung, Absage oder Verschiebung ihrer eigenen Projekte, Aktivitäten und Veranstaltungen Gedanken machen. Ihre Sorge gilt auch denjenigen, mit denen sie in ihrer täglichen Arbeit zusammenarbeiten: Obdachlose, Flüchtlinge, Armutsgefährdete, Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, oder Asylsuchende, die sich in den verschiedenen Aufnahmezentren befinden, und nach dramatischen Fluchterfahrungen dank Sprachkursen, sportlichen und kulturellen Aktivitäten, auch mit der Unterstützung von UISP,  wieder zu Hoffnung fanden.

Layla Mousa, Mitarbeiterin in der UISP-Zentrale und langjährige Partnerin von fairplay hält es zurzeit für besonders wichtig, „die bisher gewohnten Aktivitäten neu zu erfinden, um sich an die neue, unvorhergesehene Situation anzupassen. Wir wissen immer noch nicht, wie lange die sportlichen Aktivitäten in Italien gestoppt werden müssen. Wahrscheinlich sind Sportaktivitäten eines der letzten Dinge, die wieder zurück zur Normalität finden. Deshalb müssen wir alternative Lösungen finden, um die körperliche Gesundheit der Menschen sowie soziale Inklusion durch Sport zu fördern."

„Vereint, aber weit voneinander entfernt …“

Vor einigen Wochen startete UISP ein alternatives Sportprogramm mit einzelnen Videoclips, in denen einfache Übungen für Menschen jeden Alters und Geschlechts gezeigt und angeleitet werden. Das eigene Zuhause dient somit als Fitnessstudio. Diese Serie ist mittlerweile auf mehr als 400 Beiträge angewachsen, die von UISP über die eigene Homepage und Social-Media-Kanäle angeboten werden.

Die UISP-Kampagne für den Coronavirus-Notfall läuft sehr erfolgreich wie zigtausende Zugriffe und Downloads belegen.

Mit dem Motto „Uniti, ma distanti“ - „Vereint, aber weit voneinander entfernt …“ verbinden die Kolleg_innen von UISP die Hoffnung, dass die Corona-Krise ein unterstützenderes, sozialeres und einladenderes Land für alle hinterlassen werde. Sie freuen sich darauf, bald zurück sein, um gemeinsam Aktivitäten durchzuführen.

Wir tun das auch!

 

1999 war UISP in Wien bei der Gründung des FARE Netzwerks dabei, das voriges Jahr sein 20jähriges Jubiläum mit einer Gala in London feierte. Aktuell ist UISP ein wichtiger Partner in den beiden EU-Projekte SPIN Women und SPIN Refugees. Die fairplay Initiative hingegen ist Partnerin beim EYESS-Projekt. Das Ziel von EYESS („European Youth Engaging in Solidarity and Sport“) ist es, den Spirit des großartigen und beliebten italienischen Sport- und Kulturfestivals Mondiali Antirazzisti in die Welt, respektive in die Partnerländer hinauszutragen. Es ist zu hoffen, dass nach der Turnierpause 2020 im Jahr 2021 alles wieder wie geplant durchgeführt werden kann.