Neues Erasmus+ Programm: Große Zukunft für den Sportbereich

"Das ist eine aufregende Zeit für die europäischen Sportpolitik, in Bezug auf Sport war die EU noch nie so ambitioniert“, meint Yves Le Lostecque, der langjährige Leiter der Sportabteilung der Europäischen Kommission beim Online-Meeting der Koordinator_innen der neuen Erasmus+ Projekte.

 „2020 war das beste Jahr für den Sport in Bezug auf den EU-Haushalt. 70 Millionen ist der größte Betrag, der jemals für die Sportaktivitäten von ERASMUS+ aufgewendet wurde“, fügt der Franzose hinzu. Beim Treffen war fairplay durch David Hudelist und Kurt Wachter vertreten.

2020 war wirklich ein außergewöhnliches Jahr. Auch wegen der Unsicherheit durch die Corona-Pandemie wurden fast 1.200 Sportprojekte eingereicht und davon 315 Projekte ausgewählt, eines davon ist das fairplay-Projekt „Sport Together“.

Im Jahr 2014 begann die Europäische Kommission erstmals damit, Sport als Teil des ERASMUS+ Programms zu fördern. Als fairplay beim allerersten Treffen der ERASMUS+ Projektleiter_innen teilnahm, waren es gerade mal 40 Sportprojekte.

Und auch die Zukunft für den Sportbereich schaut rosig aus - zumindest was die Finanzierung anlangt. Nach langem Feilschen einigten sich die EU-Mitgliedsländer im Dezember 2020 auf das neue EU-Budget für die nächsten sieben Jahre. Damit kann nicht nur das milliardenschwere Corona-Konjunkturprogramm starten, sondern auch das neue ERASMUS+ Programm 2021-2027. 

EU-Sportmittel werden verdoppelt   

Das neue Programm umfasst neben Bildung und Jugend auch wieder Sport. Vom EU-Parlament wurde eine Verdreifachung des Budgets gefordert, schließlich schaute eine Erhöhung von 14,7 Milliarden auf 24,6 Milliarden heraus. Über 7 Jahre soll das Programm inklusiver werden, die Zahl der Teilnehmer_innen soll auf 12 Millionen steigen und damit verdreifacht werden.

1,9% sind für sportbezogene Aktivitäten bereitgestellt, das klingt nach wenig, bedeutet aber eine Verdoppelung der Mittel - von 266 Millionen (2014-2020) auf rund 460 Millionen (2021-27). 

"In wenigen Wochen wird das ERASMUS+ Sportprogramm formal verabschiedet“, kündigt Yves Le Lostecque an, der im Jänner in die EACEA Agentur wechselte. Dann folgt auch die Ausschreibung für die neunen Projekteinreichungen. Alle Details wird es beim alljährlichen E+ Sport Info Day geben, der heuer erst am 23. /24. März stattfindet. 

Alte und neue Schwerpunkte

Bereits klar ist, dass bisherige Schwerpunkte wie die Förderung von sozialer Inklusion durch Sport, Integrität im Sport oder Gesundheitssport weitergeführt werden. Und dass neue Schwerpunkte wie Geschlechtergerechtigkeit in Sportorganisationen als Teil von „Good Governance“ oder auch nachhaltiger Sport („Green Sport“) dazukommen. Darauf verweist auch der neue EU-Arbeitsplan für den Sport (2021-2024), der vor kurzem vom Rat der Mitgliedstaaten verabschiedet wurde. Der Plan sieht auch Maßnahmen zur Erholung des Sportsektors nach der Covid-19 -Pandemie vor.

Aufgrund des vollzogenen Brexits wird Großbritannien nicht mehr Teil des Programms, dafür aber eine wachsende Zahl von nicht-EU Ländern, dazu gehören Türkei, Serbien, Nordmazedonien, Island Norwegen und Liechtenstein. Überhaupt bekommt internationale Zusammenarbeit auch im Sport eine größere Bedeutung, erstmals wird die Mobilität von Mitarbeiter_innen von Sportorganisationen und Trainer_innen gefördert.

Fairplay ohne Europa undenkbar

Seit dem Start des ERASMUS+ Sportprogramms vor sieben Jahren gehört VIDC-fairplay zu einem der europaweit erfolgreichsten Organisationen bei der Antragstellung. Seit 2014 waren wir mit fünf großen und einem kleinen Leadprojekt erfolgreich, dazu gehören European Sport Inclusion Network (ESPIN) (2015-2016), Queering Football (2016-2017), Sport Welcomes Refugees (2017-18), Sport Inclusion of Migrant and Minority Women (SPIN Women) (2019-2021), Let the girls play! (GIRLZ) (2020-2021). Das neueste Projekt heißt “Sport Together–Strengthening Cross-Community Social Inclusion in Post-Conflict Regions” (2021-2023), bei dem NGOs und Menschrechtsorganisationen aus dem Westbalkan mit den Fußballverbänden in Nordirland und Irland zusammenarbeiten.