Erste Evaluierungsergebnisse des SPIN Women Projekts

Mit Blick auf die Gesamtgesellschaft gehören Frauen mit Migrationshintergrund oder solche aus ethnischen Minderheiten zu den am stärksten marginalisierten Gruppen in Europa. Das Projekt „SPIN Women“ zielt darauf ab, die unterschiedlichen Perspektiven von Migrantinnen und Frauen aus ethnischen Minderheiten deutlich zu machen und Strategien zu entwickeln, um ihr Engagement im Sport zu erhöhen.

EWS-Event in Portugal

Erste Ergebnisse und Erfahrungen der sieben Projektpartner mit der Umsetzung des ERASMUS+ Sportprojekts SPIN Women sind jetzt in einem ersten Evaluierungsbericht dokumentiert. Der Zwischenbericht umfasst das erste Jahr 2019 von SPIN Women. SPIN Women is die Abkürzung  für “Sport Inclusion of Migrant and Minority Women – Promoting sports participation and leadership capacities”.

Monitoring, Evaluierung und Lernen

Die Beratungsorganisation Huis voor Beweging / Sport-Action-Education mit Sitz in Arnheim in den Niederlanden wurde von der fairplay Initiative am VIDC beauftragt, eine externe Evaluierung des zweijährigen Projekts durchzuführen.

Der für die Bewertung des SPIN Women-Projekts angewandte Ansatz besteht aus drei Elementen: Monitoring, Evaluierung und Lernen (MEL). Die Evaluatorin, Willie Westerhof sagt dazu:
„Lernen ist der wichtigste Aspekt oder das wichtigste Ziel des Monitoring- und Evaluierungsprozesses. Das Ziel von MEL ist es, die Art und Weise, wie wir Dinge während der Umsetzung des SPIN Women-Projekts tun, zu verbessern, anstatt die Dinge radikal zu ändern. “

SPIN Women Events in Europäischer Woche des Sports

Um nur eine Aktivität des laufenden Projekts hervorzuheben, werfen wir einen Blick auf die inklusiven Basis-Events in der Europäischen Woche des Sports (EWS) im September 2019, die laut Westerhof  ein großer Erfolg und eine gute Lernerfahrung darstellten.

Während der Europäischen Woche organisierten die Partnerorganisationen in den sieben Ländern (Deutschland, Finnland, Irland, Italien, Österreich, Portugal, Ungarn) insgesamt 13 verschiedene Sportveranstaltungen, die darauf abzielten, die Beteiligung und Inklusion von Geflüchteten, insbesondere Frauen und  Mädchen zu erhöhen.

Mit der Zielgruppe fand eine Diskussionsveranstaltung statt, die anderen zwölf Veranstaltungen bestanden aus sportlichen Aktivitäten. Bei der Vorbereitung und Durchführung von Aktivitäten gab es hauptsächlich Kooperationen mit Sportorganisationen (7x), Migrantenorganisationen (5x), Bildungseinrichtungen (4x) und Kommunen (3x), Projektorganisationen (2x) und Aufnahmezentren (2x) sowie Kombinationen dieser Organisationen. Bei zwei Veranstaltungen wurden Spitzensportlerinnen als Role Models eingesetzt.

Insgesamt nahmen rund 840 Teilnehmer_innen an den Aktionen und Veranstaltungen teil. 33% der Teilnehmenden war weiblich und 59% gehörten zur Zielgruppe der Flüchtlinge, Migranten_innen und Minderheiten.

Erfahrungen der Teilnehmer_innen

Während der Events wurden 32 Teilnehmer_innen – davon waren 30 weiblich – zu ihren Erfahrungen mit Sport, zur Bedeutung des Sports in ihrem Leben und zu ihrer Zufriedenheit mit der Veranstaltung befragt. Ihr Alter variierte zwischen 10 und 57 Jahren. Die meisten waren Teenager und Twens (69%). Die Befragten kamen aus vielen verschiedenen Herkunftsländer, darunter die Türkei, Eritrea, die Elfenbeinküste, Serbien, Nigeria, Syrien, Iran, Kongo, Mali, Kenia, Burkina Faso, Rumänien, Somalia und Ecuador.

Sieben Befragte (22%) hatten noch nie Sport gemacht, 21 Personen (66%) hatten bereits Erfahrungen mit Sport gesammelt. Acht Teilnehmer_innen (25%) gaben an, derzeit keinen Sport oder Übungen zu betreiben.

Auf die Frage, ob die EWS-Events oder Sport generell in ihrem Leben wichtig sind, antworteten 30 (94%) der Befragten mit „Ja“. Eine der Befragten, die die Frage mit "Nein" beantwortete, erklärte ihre Antwort mit "Nicht wichtig, sondern überlebenswichtig". Das bedeutet, dass 97% denken, dass Sport für sie sehr wichtig ist.

Laufendes Projekt

Aufgrund der Covid19-Krise mussten im Rahmen des SPIN-Women-Projekts geplante Aktivitäten verschoben werden, beispielsweise das internationale Meeting “Strengthening ethnic minority women in football” der portugiesischen Spielergewerkschaft, das Ende April 2020 in Lissabon stattfinden hätte sollen. Andere Veranstaltungen wie beispielsweise nationale Stakeholder-Treffen werden aufgenommen, sobald dies wieder möglich ist.

Der vollständige Evaluation Inception Repor
t kann hier heruntergeladen werden.