Kampagne „Gemeinsam gegen Homophobie“ im Fußball

fairplay Initiative ruft während FARE Aktionswochen gegen Diskriminierung alle Kapitäne auf, Schleifen in Regenbogenfarben zu tragen. Am Wochenende erste Stadionaktionen in der österreichischen Bundesliga. Die Aktionswochen werden von der UEFA, der Österreichischen Fußball-Bundesliga und dem ÖFB unterstützt.

Gemeinsam gegen Homophobie | FARE Aktionswochen 2018
Regenbogencornerfahne bei Wiener Sport-Club vs. Borussia Mönchengladbach

Regenbogencornerfahne bei Wiener Sport-Club vs. Borussia Mönchengladbach (C) fairplay-VIDC

Blaucrowd FM Crew, Bernhard Janeczek, Markus Pinter (C) ARGE ToR

Die BlaucrowdFM Crew mit Bernhard Janeczek + Markus Pinter (C) ARGE ToR

Bereits zum 19. Mal finden im Oktober die europaweiten Aktionswochen des in Wien gegründeten Netzwerkes FARE statt. In Österreich ruft die die fairplay Initiative Vereine, Spieler_innen, Trainer_innen, Funktionär_innen und Fans dazu auf, sich von 11. bis 28. Oktober 2018 mit sichtbaren Aktionen für Vielfalt und gegen Diskriminierung im Stadion zu engagieren.

Aufgrund der - auch auf Österreichs Fußballplätzen - wieder häufiger werdenden homosexuellenfeindlichen Vorfälle, stehen heuer die Aktionen unter dem Motto „Gemeinsam gegen Homophobie!“. Die Vereine sind aufgerufen, als verbindendes Zeichen für Diversität bei den Ligaspielen Kapitänsschleifen in Regenbogenfarben zu tragen. Die Regenbogenfarben sind ein Symbol für Vielfalt, diese sollen mittels Kartons, Eckfahnen und Vidiwall-Einspielungen in den Stadien sichtbar werden.

Stefan Schwab, Kapitän von SK Rapid Wien, erklärt, warum er und sein Verein sich für Vielfalt und Respekt engagieren:
„Ich finde es sehr wichtig, gegen jede Form von Diskriminierung öffentlich aufzutreten. Das Eintreten gegen Rassismus und Sexismus sowie die Integration von Flüchtlingen liegen mir persönlich am Herzen. Als Spieler haben wir da eine besondere Vorbildwirkung. Daher werden wir beim Heimspiel gegen FC Admira ein klares Zeichen für Vielfalt und gegen Homophobie setzen.“

Die fairplay Initiative hofft, dass die Regenbogenschleife von möglichst vielen Kapitänen getragen wird. Die Vorreiter waren 2016 Christian Schulz (SK Sturm Graz) und Michael Pittnauer (Wiener Sportklub). Die Kapitänsschleifen werden allen Vereinen der tipico Bundesliga, der 2. Liga sowie der Planet Pure Frauen Bundesliga zur Verfügung gestellt.

Am kommenden Wochenende geht es mit Stadionaktionen in den beiden höchsten Ligen so richtig los. In der tipico Bundesliga (11. Runde) machen LASK und FC Red Bull Salzburg den Anfang bei ihren Heimspielen am Samstag. Am Sonntag folgen FC Flyeralarm Admira und FK Austria Wien sowie FC Südburgenland und FC Wacker Innsbruck in der Planet Pure Frauen Bundesliga.

In der 11. Runde der 2. Liga wird es Aktionen bei allen acht Spielen geben. Der FC Blau Weiß Linz erhält dabei am Freitag Unterstützung durch eine Choreographie der Fanszene. FC Wacker Innsbruck II macht am Samstag den Auftakt von insgesamt fünf Aktionen der Männer- und Frauenteams des Vereins.

Manuel Hartl, Kapitän vom Tabellenzweiten der 2. Liga, FC Blau-Weiß Linz, erklärt, warum er die Regenbogenschleife beim Heimspiel am 19. Oktober gegen den SV Horn tragen wird:
„Für uns Spieler und den Verein ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir auch heuer wieder bei den Aktionswochen gegen Diskriminierung mitmachen. Das gilt auch für unsere Fans, die sich jedes Jahr tolle Aktionen überlegen. Egal woher jemand kommt oder wen er liebt, Fußball ist für alle da! Daher werde ich als Zeichen gegen Homophobie beim Match gegen den SV Horn eine Kapitänsschleife in Regenbogenfarben tragen.“

#GemeinsamgegenHomophobie

Als Teil einer Testimonial-Kampagne werden die Fußballvereine mit Kartons, Sticker, Postkarten und Fahnen mit dem Motto „Gemeinsam gegen Homophobie“ versorgt. Ziel ist es, auf einfache Weise mittels Fotos oder Videos über Social Media und über die Klubwebsites ein positives Zeichen zu setzen.

Regenbogen-Eckfahnen beim „Juveläum“

Bereits am vergangenen Freitag kamen Eckfahnen in Regenbogenfarben beim „Juveläum“-Match des Wiener Sport-Club gegen Borussia Mönchengladbach zum Einsatz. Am Sonntag folgten dann die ersten Aktionen in der Planet Pure Frauen Bundesliga bei den Heimspielen von SKN St. Pölten und FC Bergheim. Der Verein Playtogethernow lud zu einem fairplay-Workshop für Coaches und Homeless World Cup Österreich organisierte das 8. Goal Open in Graz.

UEFA betont ihren Einsatz gegen Diskriminierung

Der europäische Fußballverband UEFA unterstützt die FARE Aktionswochen mit Aktivitäten unter dem Hashtag #EqualGame bei 94 Spielen der UEFA Champions League, der UEFA Europa League, der UEFA Nations League und der UEFA Women’s Champions League. In den Stadien werden Lautsprecherdurchsagen und Videobotschaften eingesetzt, die beteiligten National- und Clubteams stellen sich für gemeinsame Fotos mit den Schiedsrichter_innen auf und werden beim Line-up von Kindern begleitet, die #EqualGame-T-Shirts tragen.

Auch das österreichische Nationalteam beteiligte sich am vergangenen Freitag beim Heimspiel in der UEFA Nations League gegen Nordirland an der #EqualGame Kampagne. Kommende Woche folgen dann FC Red Bull Salzburg und der SK Rapid Wien bei ihren Spielen in der UEFA Europa League.

FARE Aktionswochen in ganz Europa

Neben den Profiklubs, die enorme Vorbildwirkung haben, sind im Kampf gegen Ausgrenzung vor allem die Menschen an der Basis wichtig – Fans, Amateurklubs, Flüchtlingsinitiativen, LGBT-Vereine, lokale Sport-Initiativen und NGOs. Mit Unterstützung des FARE-Netzwerks werden #footballpeople Aktivitäten an der Basis ermöglicht. Die europaweiten Aktionswochen finden seit 2001 jährlich im Oktober statt. In Österreich organisiert und koordiniert diese fairplay, die Initiative für Vielfalt und Antidiskriminierung. fairplay wird dabei vom Sportministerium, der Europäischen Kommission, der UEFA und vom FARE-Büro in London unterstützt.

Mehr Infos und Videos finden sich laufend auf unserer Facebook-Seite
Die Liste der europaweiten Aktionen findet sich auf farenet.org

#gemeinsamgegenhomophobie
#keinplatzfürdiskriminierung
#footballpeople