Highlights der FairPlay-Aktivitäten 2007

EURO Vorbereitungen sind voll angelaufen und mit der Fußball-Bundesliga und dem ÖFB wurden erfolgreiche Stadionaktionen durchgeführt, aber Diskriminierung im Fußball bleibt virulent.

 

Antirassismusaktion bei Länderspiel Österreich - Cote d'Ivoire am Beginn der FARE Aktionswoche 2007. (Foto: FairPlay/Kurt Wachter)

Antirassismusaktion bei Länderspiel Österreich - Cote d'Ivoire am Beginn der FARE Aktionswoche 2007. (Foto: FairPlay/Kurt Wachter)

Auch das heurige Jahr war geprägt von zahlreichen Aktivitäten der Initiative FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel. in Österreich, wobei die vorbereitenden Maßnahmen zur der UEFA EURO 2008TM im Vordergrund standen. Unser FairPlay-Projektteam ist von vier MitarbeiterInnen in Hinblick auf die EURO auf acht angewachsen, mit den Bereichen Fanarbeit und EUROSCHOOLS 2008 wurden neue Tätigkeitsfelder eröffnet. Zusätzlich engagierte FairPlay in allen Host Cities LeiterInnen der geplanten Fanbotschaften. Zudem erfuhr das FairPlay-Projekt eine zusätzliche Erweiterung hinsichtlich Antidiskriminierung, gerade unsere Veranstaltung „Frauenfußball – Fußballfrauen: Zwischen Liga-Alltag und der EURO 2008“ war außerordentlich gut besucht. Weitergeführt wurden zudem unsere Aktivitäten im Bereich Sport & Entwicklung, u.a. beim Länderspiel Österreich – Ghana und durch die Erarbeitung eines FairPlay-Jugendmagazins mit Schwerpunkt auf Nord-Süd Kooperationen.

International wurde unsere Arbeit im Rahmen des Netzwerkes FARE – Football Against Racism in Europe fortgesetzt. Höhepunkte waren hierbei die Ausweitung der achten europäischen FARE Aktionswoche im Oktober auf über 1000 Einzelaktivitäten in 38 Ländern. Im Mai veranstaltete FARE zudem die Grassroots-Konferenz „Football, ethnic minorities and equality“ mit über 120 TeilnehmerInnen in Paris.

FARE Aktionswoche 2007 in Österreich
Auch in Österreich konzentrierten sich unsere Aktivitäten rund um die FARE Aktionswoche. Mit einer Antirassismusaktion in Partnerschaft mit dem ÖFB am 17. Oktober 2007 beim Länderspiel Österreich gegen Côte d‘Ivoire am Innsbrucker Tivoli (Neu) wurde die Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball eröffnet. In der Folge engagierte sich die Österreichische Bundesliga bei allen Spielen der 16. Runde der T-Mobile Bundesliga (27. und 28. Oktober) sowie der 13. Runde der Red Zac Ersten Liga (19. und 20. Oktober) unter dem Motto „Zeig Rassismus die Rote Karte!“. Auch die österreichische Fanszene war bei den Spielen von SV Mattersburg, Wacker Innsbruck, SCR Altach und Rapid aktiv. Zudem standen das kleine Wiener Derby Vienna – Wiener Sportklub sowie der oberösterreichische Lokalschlager FC Blau Weiß Linz – FC Braunau im Zeichen der Kampagne.

FairPlay goes Education
„Rassismus trennt und Fußball verbindet“: Unter diesem Motto nahmen 1400 SchülerInnen aus Oberösterreich am FairPlay-Schul- und Jugendwettbewerb FairPlay goes Education zur UEFA-U19-Fußball-Europameisterschaft teil. Ihre kreativen Projektarbeiten zum Thema Fair Play und zur Problematik der Diskriminierung im Sport wurden beim UEFA-Social Day am 19. Juli 2007 in Ried/Innkreis im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung prämiert. Der Schulwettbewerb wurde in Partnerschaft mit dem ÖFB umgesetzt.

Auch das Eröffnungsspiel der U19 EM zwischen Österreich und Spanien stand ganz im Zeichen des Mottos „Unite against Racism - Vereint gegen Rassismus“. Vor dem Anpfiff verlasen die Kapitäne Julian Baumgartlinger und Athletic Bilbao-Jungstar Javier Martínez Aginaga Statements gegen Rassismus, die von den 11.700 Zuschauer im Linzer Stadion mit Applaus aufgenommen wurden.

Fanbotschaften bei der UEFA EURO 2008TM
Seit September 2007 laufen die Vorbereitungen für das Fan- und BesucherInnenprogramm zur UEFA EURO 2008TM auf Hochtouren. In allen vier Host Cities gibt es Fanbotschaftsteams, welche die Instandsetzung und den Aufbau der Botschaften in Kooperation mit den Host Cities und internationalen PartnerInnen koordinieren und organisieren. Anfang Dezember wurde in Kooperation mit den Schweizer Verantwortlichen für das Fan- und BesucherInnenprogramm die mehrsprachige Website www.fanguide2008.net installiert, welche Fans unter anderen mit wichtigen Informationen zu An- und Einreise, Übernachtungsmöglichkeiten und Details zu den Host Cities versorgt. Wesentliche Inhalte zu dieser Site liefern die Fanbotschaftsteams. Anliegen des gesamten Fan- und BesucherInnenprogramms ist das Motto: von Fans für Fans, an welchem sich die Durchführung des Programms orientiert.

EUROSCHOOLS 2008

Das offizielle Schulprojekt zur UEFA EURO 2008TM wurde im Juni 2007 mit der Ausschreibung gestartet. Internationale Verständigung und Fair Play stehen im Mittelpunkt dieses Schulprojektes. FairPlay ist seit Beginn 2007 für die Koordination des Projekts in Österreich zuständig. Über 200 Schulen der 6. – 9. Schulstufe in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein bereiten sich seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 aktiv auf den großen Anlass und die damit verbundene Gastgeberschaft vor. Sie übernehmen die Botschafterrolle für die 53 in der UEFA repräsentierten Länder, beschäftigen sich ein Jahr lang innerhalb wie außerhalb des Unterrichts mit ihrer zugelosten UEFA-Nation und spielen in gemischten Teams für ihre Nation (drei Mädchen und drei Buben) nach besonderen Fair Play Regeln im Zeitraum der EURO 2008 um ihre Europameisterschaft.

LASK und Otto Baric

Trotz aller positiven Entwicklungen gab es aber auch 2007 rassistische, sexistische und homophobe Übergriffe im internationalen wie im österreichischen Fußball. Am prominentesten war in Österreich der LASK, dessen Fans gleich bei ihrem zweiten Bundesligaspiel nach dem Aufstieg, ein antisemitisches Transparent gegen FK Austria Wien präsentierten, beim ersten Match nach Aufstieg wurde zudem der kamerunische Stürmer Thierry Fidjeu-Tazemeta des SK Austria Kärnten rassistisch beschimpft. Hier ist von Seiten des Vereins und der Österreichischen Fußball-Bundesliga sicher Handlungsbedarf.

Positiv ist, dass zum ersten Mal in seiner Geschichte der europäische Fußballverband UEFA einen Offiziellen wegen homophober Aussagen bestraft hat. Ex-ÖFB Teamcoach Otto Baric wurde im Juli von der UEFA - Disziplinarkommision wegen homophober Aussagen zu einer Geldstrafe von 3000 Schweizer Franken verurteilt. Baric hatte im Jahre 2004, während seiner Amtszeit als kroatischer Nationaltrainer, in einem Interview mit der Tageszeitung "Jutarniy List" gesagt, Homosexualität sei abnormal und solle von jungen Leuten nicht praktiziert werden. Er erkenne einen Schwulen sofort und wisse, dass keiner in seiner Mannschaft sei. „Ich möchte auch keinen Schwulen in meinem Team haben“, so Baric damals weiter.