Viertes Treffen des Netzwerks F_in Frauen im Fußball

Bereits zum vierten Mal fand am Wochenende vom 5. bis 7. September ein Workshop des Netzwerks F_in Frauen im Fußball statt. Wie die vorherigen Veranstaltungen wurde auch dieses Treffen in Possenhofen bei München durch die Koordinationsstelle Fan-Projekte ausgerichtet und unterstützt.

Logo F_in Frauen im Fußball

Das Netzwerk F_in besteht seit 2004 als Zusammenschluss von knapp 50 weiblichen Fans, Fanprojekt-Mitarbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu den Zielen gehören Vernetzung, Information und Austausch zwischen Frauen in Fußball- und Fankultur sowie Aktionen gegen Sexismus und Diskriminierung. Zum vierten F_in-Workshop in der Jugendherberge von Possenhofen trafen sich insgesamt 13 Frauen, in der Mehrheit aus dem Fanprojektbereich und fast alle mit einer eigenen weiblichen Fan-Biografie im Hintergrund.

 

Ein roter Faden des Workshops waren die Berichte der Teilnehmerinnen über die Situation in der eigenen Stadt, in Fanprojekt, Fankurve und Verein. Wie schon in den vergangenen Jahren zeigte sich, wie wichtig und erwünscht ein solcher Informations-  und Erfahrungsaustausch für die Frauen der Runde ist, nicht zuletzt, um nicht nur die eigene Perspektive zu schildern, sondern auch andere kennenzulernen. So reichte das Spektrum von Erzählungen über Geschlechterkonflikte in der Ultraszene über Berichte zu politischen Aktionen von Frauenfußballteams bis zu Diskussionen über Alkohol in der weiblichen Fanszene. Ko-Organisatorin Antje Hagel, Gründungsmitglied von F_in und Mitarbeiterin im Fanprojekt Offenbach: „Ganz besonders positiv fand ich, dass eine Vielfalt von Perspektiven deutlich geworden ist, die die Teilnehmerinnen einbringen. Und damit verbunden auch oft neue Erkenntnisse und Informationen.“

 

Geschlechtersensibles Fußballtraining

 

Neben der Planung künftiger Aktionen und Veranstaltungen des Netzwerks standen weitere thematischen Diskussionsrunden auf dem Programm, unter anderem auch zum Thema einer stärkeren internationalen Vernetzung von F_in und den möglichen Perspektiven einer Fan- und Gästebetreuung zur Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland. Daneben sollte aber auch der aktive Fußball nicht zu kurz kommen. Unter fachkundiger Anleitung durch Yvonne Weigelt-Schlesinger von der Universität Chemnitz gab es zunächst einen theoretischen Einblick in die Grundlagen eines geschlechtersensiblen Fußballtrainings, bevor es dann inklusive Aufwärmtraining in die Praxis ging. Gerade für die Mitarbeiterinnen der Fanprojekte, die oft selbst Teams von Mädchen oder Frauen betreuen, die teilweise wenig Erfahrung im aktiven Fußballspielen haben, gab es hier viele praktische Anregungen für die eigene Arbeit.

 

Infos zu F_in

 

F_in steht für die Verbindung von Frauen und Fußball: dafür, dass Fußball auch Frauensache ist – auf den Rängen, auf dem Platz, in der Gesellschaft. F_in ist ein Zusammenschluss von Fanprojekt-Mitarbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen und weiblichen Fans. Gegründet wurde das Netzwerk im Jahr 2004 im Rahmen der von der KOS veranstalteten Tagung „Abseitsfalle!?“.

 

Gender kicks! Texte zu Fußball und Geschlecht

 

Ein Band zum Thema erschien im Oktober 2005 in der KOS-Schriftenreihe unter dem Titel gender kicks. Texte zu Fußball und Geschlecht. Hier berichten weibliche Fans von ihrer Liebe zum Spiel und der Begegnung mit dem Sexismus der Fußballwelt, eine Journalistin schildert ihre Erfahrungen im Fußballland Italien, WissenschaftlerInnen schreiben über die homosexuelle Sportwelt, über Gender und Fußball in Japan oder die Situation von Frauen in der Hooligan-Szene. Die Frage nach den Geschlechterverhältnissen ist dabei nicht eine unter vielen, sondern vielmehr die Folie, vor der verschiedene Bereiche des Fußballs betrachtet werden. Der Band gender kicks ist über die KOS zu beziehen, eine Onlineversion zum „Reinlesen“ steht hier zur Verfügung.