FARE-Netzwerk feiert zehnjähriges Bestehen in Wien

Antirassismus-Aktivisten und Fans aus 30 Ländern treffen sich im Horr-Stadion und laden am Sonntagabend zum Medienempfang ins Gerhard-Hanappi-Stadion.

FARE networking conference: "Football for Equality"

Nach neo-nazistischen Bekundungen im Franz-Horr-Stadion beim UEFA Europa League Spiel gegen Athletic Bilbao, ist das Austria Wien-Stadion am Wochenende Schauplatz eines europäischen Gipfeltreffens von Antirassismus-AktivistInnen und Fans.

 

Das Netzwerk Fußball gegen Rassismus in Europa (FARE-Football Against Racism in Europe) feiert in Wien sein zehnjähriges Gründungsjubiläum. Aus diesem Anlass kommen über 100 NGO-und FanvertreterInnen aus 30 europäischen Ländern im Horr-Stadion zusammen. Die zweitägige Konferenz “Football for Equality: Challenging Racism and Homophobia across Europe” am 13. und 14. Dezember wird die Erfolge des Netzwerks seit seiner Gründung 1999 in Wien hervorheben. Mehrere Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen und den neuen Herausforderungen im europäischen Fußball.

 

FARE Empfang im SK Rapid-Stadion

 

Am Sonntagabend findet bei SK Rapid Wien in den VIP-Räumlichkeiten des Gerhard-Hanappi-Stadions ein FARE-Medienempfang statt (Beginn 19:30). Die RednerInnen-Liste bei dem Empfang umfasst VertreterInnen der UEFA, dem Österreichischer Fußball-Bund, der Österreichische Bundesliga, EU-Grundrechteagentur (FRA) und Stadt Wien.

 

Eine internationale besetzte Gesprächsrunde mit aktiven und Ex-Spielern wie Paul Elliott (Celtic, Chelsea und Pisa), Samuel Koejoe (Dunajská Streda, Freiburg), Yves Eigenrauch (Schalke 04), Steffen Hofmann und Branko Boskovic (Rapid Wien) und Oliver Prudlo (Wacker Innsbruck), dem Vorsitzenden der Vereinigung der Fußballer (VdF), wird von der ATV-Sportjournalistin Elisabeth Auer moderiert.

 

FARE - Eine Erfolgsgeschichte aus Österreich 

 

Das FARE-Netzwerk übernahm in den vergangenen Jahren eine zentrale Rolle beim Aufgreifen des Rassismus-Problems auf allen Ebenen des Profi- und Amateurfußballs. Dies  führte zur Ausweitung des Netzwerks auf mittlerweile 40 Länder und zu einem verstärkten Monitoring rassistischer Vorfälle in ganz Europa. Durch die Partnerschaft mit der UEFA wurde FARE auch zu einem wichtigen Akteur bei den vergangenen Europameisterschaften.

 

Kurt Wachter von der FARE-Gründungsorganisation FairPlay-vidc sagt:
“Das FARE-Netzwerk hatte in der vergangenen Dekade viele Erfolge zu verbuchen. Wir werden uns aber nicht mit einer Rückschau begnügen, sondern neue Herausforderungen angehen, etwa unser ehrgeiziges Arbeitsprogramm für die UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine oder auch konkret die Bekämpfung von Homophobie im Fußball. In Österreich haben die jüngsten Vorfälle bei der Austria gezeigt, dass trotz der langjährigen Arbeit des Vereins, Probleme nicht einfach verschwinden.“

 

Die FARE-Kampagne wird von einigen der größten europäischen Spielerpersönlichkeiten unterstützt. Lillian Thuram und Europameister Marcos Senna sind nur zwei Spieler, die in der Öffentlichkeit als FARE-Botschafter auftreten. Ein anderer ist der frühere Celtic-, Chelsea- und Pisa-Verteidiger, Paul Elliott, der an der Konferenz teilnimmt.

 

Paul Elliott merkt an:
“Diskriminierung im europäischen Fußball ist eine komplexe Angelegenheit und kann sich auf viele unterschiedliche Formen äußern. Das ist genau der Grund, weshalb die Arbeit von FARE so wichtig bleibt. Die gute Verankerung des Netzwerks in so vielen Ländern erleichtert es, Trends zu beobachten und konkrete Maßnahmen zu setzten.“

 

Die Konferenz “Football for Equality: Challenging Racism and Homophobia across Europe” wird von der UEFA, der Europäischen Kommission, dem Sportministerium und der Stadt Wien unterstützt.