Bericht vom 3. Girls Football Festival

69 Mädchen, 14 Trainer_innen, 4 Länder, bis zu 26 Stunden Anreisezeit, 10 Vereine, 72 Stunden Fußball und Solidarität gefeiert, über 100 Kugeln Eis in einer neuen Sprache bestellt, 7 Workshop- und Fußballtrainingsstationen absolviert, 2 WM-Spiele geschaut, 20 kg Bananen verdrückt, 100 Liter Wasser getrunken, 1 Turnier gespielt, unzählige Freundschaften geschlossen und drei unvergessliche Tage in Wien verbracht - das war das GIRLS FOOTBALL FESTIVAL 2019 in Wien.

Vom 5. - 7. Juli 2019 fand das Festival bereits zum dritten Mal statt. Im Zuge des Projektes Football Zajedno („Fußball gemeinsam“) wurden sieben Teams aus vier Staaten – Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Serbien und Österreich – zu einem internationalen Fußballaustausch eingeladen.

Die Teams

Insgesamt versammelten sich sieben Teams beim 2. Girls Football Festival in Wien. Drei Teams kamen aus Wien – FC Torpedo 03/FC Stadlau 1913, Kicken ohne Grenzen und das Vienna All Star Team bestehend aus Spielerinnen der Vereine login, Mentor Games und SC Pötzleinsdorf. Auf internationaler Ebene reiste ein Allstar Team der NGO Atina (setzt sich gegen Menschenhandel und für die Ermächtigung von geflüchteten Frauen und Mädchen ein) aus Serbien an, aus Montenegro der ZRF Cvetex aus Berane, einer Bergregion Montenegros, und aus Bosnien-Herzegowina ŽFK "Lokomotiva" Brčko aus der autonomen Region Brčko und aus Mostar der ŽF/NK Emina 2016, der auch das Turnier für sich entscheiden konnten.

Das heterogene Kollektiv bestehend aus mehr als 100 Personen (Spielerinnen, Betreuer_innen, Organisator_innen etc.) verbrachte drei außergewöhnliche Tage zusammen in Wien. Es wurde gemeinsam trainiert, gespielt, an Workshops teilgenommen, die Stadt erkundet, ein Public Viewing und Rahmenprogramm zum Finale der FIFA Frauen-WM zwischen den USA und den Niederlanden veranstaltet.

Ziel der Zusammenkunft war es, einen internationalen Austausch zu ermöglichen, verschiedene Trainingsmethoden auszuprobieren und die Freude am Fußball miteinander zu teilen. Im Sinne von  Zusammenhalt statt Ausgrenzung zu fördern sowie die Vielfältigkeit und Diversität der Teams und Spieler*innen sichtbar zu machen.

Projekt „Football Zajedno“

Im Projekt Football Zajedno soll durch Fußball gegenseitige Wertschätzung, Fair Play, Respekt und Teamfähigkeit gestärkt und Nationalismus und Rassismus am Westbalkan abgebaut werden, unter anderem durch Bildungsprojekte und Jugendaustausch.

Tag 1 (Freitag, 5. Juli) - Ankunft unf Kennenlernen

Nach einer langen Anreise stand erstmal Ankommen und Ausruhen am Programm. Am frühen Abend ging es weiter Richtung Wiener Prater. Auf der Kaiserwiese trafen die internationalen auf die österreichischen Teams und lernten sich in einer kurzen gemeinsamen spielerischen Einheit erstmals kennen. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto vor dem Wiener Riesenrad ging es durch den Prater zum Weißen Rössl zum gemeinsamen Abendessen.

Tag 2 (Samstag, 6. Juli) -Training und Schnitzeljagd

Am Vormittag stand eine gemeinsame Trainings-Session am Sportplatz NWZ Spielmanngasse im 20. Bezirk am Programm. Nach einer herzlichen Begrüßung wurden alle Teams durchmischt und auf 8 Trainingsstationen aufgeteilt, um einen teamübergreifenden Austausch zu ermöglichen.

Die achte Trainingsstation war eine fairplay Station, wo Übungen zur Bildung von Teamwork und Gemeinschaftsgefühl angeleitet wurden. Die Spielerinnen waren trotz extremer Hitze bei allen Stationen mit voller Motivation dabei, haben sich gegenseitig unterstützt, voneinander gelernt und miteinander gelacht. Vor allem durften sie unterschiedliche Trainingsmethoden kennenlernen und sich mit ihren Trainingskolleginnen sportlich messen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es mit einer Schnitzeljagd durch Wien weiter. Die Spielerinnen aus den österreichischen Teams wurden dafür auf die internationalen Teams aufgeteilt und durften „ihre“ Stadt herzeigen. Dabei ging es zum Rathausplatz, zum Karlsplatz, Schwedenplatz, ins Museumsquartier bzw. in die Mariahilferstraße.

Die Jugendlichen konnten einen guten Eindruck über die Stadt bekommen und sprachliche Hürden sowie mögliche Vorurteile auf spielerische Art aufbrechen und verbindende Gemeinsamkeiten entdecken.

Tag 3 (Sonntag, 7. Juli) - Das Turnier

Am dritten und letzten Festivaltag fand dann das langerwartete halbtägige Kleinfeld-Fußballturnier am Kunstrasenplatz des NWZ Spielmanngasse statt. Gespielt wurde 5+1 (5 Feldspielerinnen und eine Torfrau). Es wurde dabei nach den fairplay Regeln gespielt. Respekt und Fairness und vor allem der Spaß am Fußball standen im Vordergrund.

Das Finale gewann der ZF/NK Emina Mostar aus Bosnien-Herzegowina gegen ŽFK"Lokomotiva" Brčko, ebenso aus Bosnien-Herzegowina.

Nach einem wohlverdienten Mittagessen direkt am Sportplatz fuhren die Teams zum abschließenden Public Viewing Event in die Strandbar Herrmann. Neben dem Finalspiel der FIFA Frauen Fußball Weltmeisterschaft, USA gegen die Niederlande, gab es einen Ballkunst-Workshop mit Andrea Maarouf, Microsoccer, Getränke, Burger und Musik.Gegen Ende wurde gemeinsam getanzt, gefeiert und gesungen.

Danach verabschiedeten sich die Teams müde, zufrieden (aber auch ein wenig traurig), und die internationalen Teams machten sich gemeinsam mit dem Bus auf ihre lange Heimreise.

 
Den gesamten Bericht kann man hier downloaden.

Das Festival wurde organisiert von der fairplay Initiative am Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC) und dem Balkan Alpe Adria Projekt (BAAP). Ein sehr breit aufgestelltes, engagiertes Team von fairplay Mitarbeiter*innen, Workshopleiter*innen und Volunteers, sowie Football Zajedno-Projektpatner*innen machte die praktische Umsetzung möglich. Fördergeber_innen und Unterstützer_innen der Festivals waren die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (ADA), die Stadt Wien (MA51), sowie UEFA Respect-Programm und die Fußballverbände von Serbien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina.


Links

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