fairplay - seit 1997 aktiv gegen Diskriminierung im Sport

2012 feierte fairplay seine ersten 15 Jahre mit einem Fest im Schikaneder

Als 1997 im Europäischen Jahr gegen Rassismus am Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC) die Kampagne fairplay. Viele Farben. Ein Spiel gestartet wurde, waren kritische Fans und Spieler wie Thierry Henry und David Alaba in der Minderheit.

Affenlaute, sogenannte „Monkey Chants“, gegen schwarze Spieler_innen, getrennte Kabinen für „Zigeunerkinder“ und offene rechtsextreme Symbolik in den Stadien gehörten zum Fußballalltag. Fußballverantwortliche, welche versuchten, die Verantwortung weiterzureichen, argumentierten, Diskriminierung im Fußball sei ein gesellschaftliches Problem, welches in den Fußballsport hereingetragen werde und der Fußball lediglich ein Opfer.

Das Spektrum der Übergriffe reicht dabei von diskriminierenden Verhaltensweisen gegenüber „ausländischen“, oftmals schwarzen Spieler_innen im Stadion bis hin zu strukturellen Ausgrenzungen von migrantischen Menschen unter den Funktionär_innen und Fans. Hinzu kommen die mannigfaltigen Übergriffe und Diskriminierungen im Amateur- und Hobbysport, die sich in Österreich v.a. gegen die türkische und ex-jugoslawische Community richten oder aber die diskriminierende Verhältnisse innerhalb der Teams selbst. Diese Formen der Diskriminierung haben im Zuge einer verstärkten Einbindung Osteuropas, Afrikas, Lateinamerikas und Asiens in den globalen Fußballmarkt ab den 1980er Jahren noch einen zusätzlichen Antrieb bekommen.

Doch nicht nur Rassismus ist ein Problem im Fußball. Weitgehend unbeachtet, oft totgeschwiegen, aber überall präsent, sind Sexismus und Homophobie. Fußball gilt in weitgehend als Männersport. Frauen und Mädchen, die der Leidenschaft für das runde Leder verfallen sind, haben neben Spott, Aggression und gesellschaftlicher Missachtung oft mit mangelnder finanzieller wie ideeller Unterstützung seitens der Verbände, Vereine, Sponsor_innen, Medien und Öffentlichkeit zu kämpfen. Homosexualität wird im Fußball als Makel, als Angriffspunkt gegenüber den gegnerischen Fans, der Mannschaft oder einzelnen Spieler_innen empfunden. Fußball spielende Frauen und Mädchen werden pauschal als lesbisch denunziert. Offene und versteckte Homophobie zeigt sich sowohl in zahlreichen Fangesängen als auch durch die gängige Wortwahl und Meinungsbilder in den Medien und auf Plätzen und Tribünen.

Doch die Zeiten haben sich geändert! In Österreich wie auch in vielen anderen europäischen Ländern werden Rassismus und Diskriminierung im Fußball nicht mehr als Kavaliersdelikte abgetan. fairplay am Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC) entwickelte sich zur anerkannten österreichweiten Initiative gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball. Gemeinsam mit Fans, Spieler_innen, Vereinen und Verbänden nutzen wir die integrative Kraft des Fußballs, um gegen alle Formen von Diskriminierung im Stadion anzukämpfen.

fairplay gelang es, tragfähige Partner_innenschaften mit allen relevanten Akteur_innen des Fußballs auf nationaler und internationaler Ebene aufzubauen. Diese internationale Verankerung und Vernetzung im Bereich des Sports ist eine wichtige Grundlage für erfolgreiches Arbeiten in der Zukunft.
Neben dem Aufbau einer Servicestelle zu Antidiskriminierung und Diversität, wurde fairplay ab 2012 vom Sportministerium bei der Einrichtung einer Koordinationsstelle für sozialpräventive Fanarbeit in Österreich unterstützt. Sport und soziale Inklusion von Migrant_innen, die Bildungsarbeit mit Jugendlichen sowie Mädchen- und Frauenfußball sind als neue Arbeitsfelder dazugekommen.