Fans, Fans, ...
Über Fans wird viel geredet. Vorzugsweise von Leuten mit gehörigem „Sicherheitsabstand“, sprich: Fernsehsessel, VIP-Lounge oder Pressetribüne. Mit Fans wird da schon bedeutend weniger geredet. Meist dann, wenn es Probleme gibt oder die neuen Merchantising-Produkte an den Mann/die Frau gebracht werden sollen. Zum Glück sind Fans nicht auf den Mund gefallen und sprechen für sich selbst! Sitzen bleiben und still sein gehört eben nicht gerade zu ihren Lieblingsbeschäftigungen …
Fans zuhören und mit ihnen zusammenzuarbeiten, partnerschaftlich und gleichberechtigt, das ist es, was Fanarbeit für uns bedeutet. Aber auch zu respektieren, wenn Kritik kommt, wenn ein Einmischen, ein „es gut meinen von außen“ von Seiten der Fans nicht gewünscht ist.
Fanarbeit bedeutet, für uns Räume zu schaffen und Partei zu ergreifen für eine positive, lebendige Fankultur in all ihren Spielarten und all ihrer Vielfältigkeit.
Fanarbeit steckt in Österreich leider noch in den Kinderschuhen. Bisher ist es der Polizei vorbehalten, sich um jugendliche Fans zu „kümmern“. Einige wenige engagierte Vereinsmitarbeiter/innen geben zwar ihr Bestes, finden oft aber kaum Zeit und Unterstützung sich wirklich intensiv mit den Anliegen ihrer Fanszenen zu beschäftigen.
Wir wollen das ändern.
Und wir wollen den Schwung der Europameisterschaft 2008 dazu nutzen, eine positive Fanarbeit, die sich allein nach den Interessen und Bedürfnissen der Fans richtet in Österreich zu etablieren.
Fans sind für uns Partner und Partnerinnen, Fans sind kreative, engagierte junge Leute. Menschen mit unglaublicher Leidenschaft und Hingabe für ihren Sport. Für uns sind sie das Herz des Fußballs.
GETRENNT BEI DEN FARBEN – VEREINT GEGEN RASSISMUS!
FANS IM KAMPF GEGEN DISKRIMINIERUNG
Die Fans in der Kurve spielen die wichtigste Rolle im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball. Schließlich waren sie es, die sich als erste wehrten, als Neonazis damit begannen sich in den Stadien breitzumachen. Fans sind oft die Einzigen, die sich gegen all jene zur Wehr setzen, die immer noch denken, rassistische und diskriminierende Gesänge seien Teil der Fankultur.
Europaweit gibt es verschiedenste antirassistische Fanorganisationen, an denen sich jede Gruppe beteiligen kann. BAFF in Deutschland und Österreich, Progetto Ultrà und Futbol Rebelde in Italien und die RSRA in Frankreich und den Benelux-Staaten sind nur einige Beispiele. All diese Gruppen sowie unzählige andere antirassistische Fans treffen sich bei der Mondiali Antirazzisti und ähnlichen Turnieren und Veranstaltungen überall in Europa, um Erfahrungen auszutauschen und Ideen für eine gemeinsame Strategie gegen Rassismus zu entwickeln.
FairPlay-vidc und FARE unterstützen alle aktiven Fangruppen, die antirassistische Projekte in ihrem Verein oder ihrem Land organisieren möchten. Das besondere Augenmerk liegt hierbei auf solchen Gegenden, in denen Vereine oder Verbände sich dem Kampf der Fans gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus nach wie vor nicht anschließen wollen, und auf Ländern, in denen rechtsextreme Fangruppen versuchen, Themen, die für alle aktiven Fans relevant sind (Kampf gegen Kommerzialisierung, Repression gegen Fans), für sich propagandistisch zu nutzen.


