Neues europäisches Sport-Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen

Österreichische fairplay-Initiative startet europaweites „Sport Welcomes Refugees”-Projekt

30.11.2016 Von: fairplay

ESPIN conference Budapest (C) George-Konkoly-Thege

Kurt Wachter @ESPIN conference ESPIN conference Budapest (C) George-Konkoly-Thege

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Mehr als 70 Vertreter_innen von Sportvereinen, Fußballverbänden, NGOs, Minderheitenorganisationen und Universitäten aus 23 Ländern trafen sich am 25.-26. November in Budapest und einigten sich auf die Gründung eins neuen Netzwerks zur Integration von Geflüchteten und MigrantInnen. Die Konferenz fand im Rahmen des EU-Projekts „European Sport Inklusion Network“(ESPIN) statt, das von der österreichischen fairplay-Initiative koordiniert wird.

2015 suchten mehr als 1,2 Millionen Geflüchtete Schutz in den EU-Staaten. Viele Sportvereine zeigten große Solidarität mit den Asylwerber_innen. Neben der Bereitstellung von Sporthallen wurden zahlreiche Initiativen zur Unterstützung von Flüchtlingen ins Leben gerufen. Viele dieser Sportinitiativen sind nach wie vor sehr aktiv, andere kämpfen mit großen Herausforderungen, um ihr Tagesgeschäft bewältigen zu können. Zudem finden migrantische Communities und Minderheiten wie Roma nach wie vor keinen gleichen Zugang zum organisierten Sport in ganz Europa.

Bei der Konferenz an der Central European University diskutierten Expert_innen und Menschenrechts-Aktivist_innen die Förderung der Freiwilligenarbeit und die Stärkung der Selbstorganisation von Migrant_innen im Sport. Die Vertreterin des Europarats, Clarisse Bonjean, betonte die Verantwortung von großen Sportverbänden und der öffentlichen Hand bei der Unterstützung von Initiativen an der Basis. Tibor Vámos vom ungarischen Fußballverband MLSZ sprach sich für eine Null-Toleranz-Haltung beim Thema Rassismus aus.

Der Event mit dem Schwerpunkt zu Flucht, Migration und Sport hat vor allem aufgrund der politischen Situation in Ungarn große Aufmerksamkeit erhalten.

Kurt Wachter, ESPIN-Koordinator und Leiter der fairplay-Initiative:

Dass so viele Aktivisten und Aktivistinnen aus ganz Europa nach Budapest gekommen sind, ist auch ein Zeichen der Solidarität mit jenen NGOs in Ungarn, die sich ungebrochen für Flüchtlinge und Roma einsetzen. Die Antwort auf das derzeitige nationalistische Revival ist der Aufbau einer europäischen Zivilgesellschaft, der verbindende Sport bietet dafür die ideale Plattform.

Sport Welcomes Refugees

fairplay, die Initiative für Vielfalt und Antidiskriminierung im Sport, wird vom Sportministerium gefördert und hat im Herbst 2015 eine Kontaktbörse für Sportinitiativen mit Flüchtlingen in Österreich installiert. Im Jänner 2017 startet fairplay gemeinsam mit Sportorganisationen und NGOs aus sieben EU-Ländern das Projekt „Sport Welcomes Refugees“. Das Projekt wurde aus europaweit 350 Einreichungen als einziges österreichisches Erasmus+ Sportprojekt ausgewählt. Im Februar findet ein nächstes Meeting in Wien statt, um die Gründung des neuen Netzwerks zu formalisieren.